PCP (Pentachlorphenol)

Allgemeines:

PCP ist ein Stoff, der durch den Menschen entwickelt und produziert wurde. PCP kommt in der natürlichen Umgebung nicht vor.

PCP wurde insbesondere als Bestandteil von Holzschutzmitteln verwendet, die meist per Anstrich aufgetragen wurden. Dadurch ist die PCP-Verteilung im Holzquerschnitt an der Oberfläche in der Regel größere als im Inneneren. Da PCP in die Raumluft diffundiert, kommt es zu Sekundärkontamninationen an Möbeln und sonstigem Inventar.

Bei anhaltender Materialfeuchtigkeit kann in Baumaterialien enthaltenes PCP durch bestimmte Bakterien umgewandelt werden, wobei intensive, muffige Geruchsbelastungen in Räumen freigesetzt werden können.

Bei der Herstellung sowie bei der Verbrennung von PCP entstehen u.a. hochgiftige Dioxine und Furane.

 

Stoffliche Eigenschaften und Aussehen:

  • sehr gut fettlöslich (= lipophil)
  • schwer in Wasser löslich
  • gute Löslichkeit in organischen Lösemitteln
  • fungizide Eigenschaften (giftig gegen Pilze)
  • bakterizide Eigenschaften (giftig gegen Bakterien)
  • algizide Eigenschaften (giftig gegen Algen)
  • fest
  • geruchslos, bei Erhitzung stechend riechend
  • nadelförmige Kristalle, weiß

 

Einsatzbereiche:

  • Holzschutzmittel
  • Pestizid
  • Desinfektionsmittel
  • Textilimprägnierung
  • Lederimprägnierung
  • Konservierungsmittel in der Zellstoff-, Papier- und Pappeproduktion

 

Historie:

  • nach 1945: Herstellung von PCP
  • seit 1957: ist weltweit die Gesundheitsgefährdung bekannt
  • 1978: Verbot der PCP-Anwendung in Aufenthaltsräumen (DIBt)
  • 1986: Verbot der PCP-Anwendung in Innenräumen (GefStoffV)
  • 1989: Verbot der Produktion, Einfuhr und Verwendung von PCP durch die     Pentachlor-Verbotsverordnung
  • 1996: PCP-Richtlinie für die Sanierung von PCP-kontaminierten Gebäuden

 

Gefährdung und Toxizität:

  • krebserzeugend
  • immuntoxisch
  • lebertoxisch
  • neurotoxisch
  • erbgutverändernd
  • fruchtschädigend

 

Gesundheitliche Wirkungen:

  • unspezifische Symptome wie u.a. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Ekzeme, Haarausfall, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen
  • mögliche Schädigung des Blutbildes
  • Beeinträchtigung des Immunsystems und des Nervensystems
  • Schädigungen der Haut und Schleimhäute
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Lebererkrankungen

 

Vorsorgliche Handlungsempfehlungen:

Für eine gesundheitliche Beurteilung spielen neben der Konzentration insbesondere folgende Faktoren eine Rolle:    

  • Größe der behandelten Fläche im Vergleich zum Innenraumvolumen
  • Zeitliche Dauer der Belastung
  • Betroffenheit von Kindern und Kranken
  • Intensität der Raumnutzung

Beim Verdacht PCP-haltiger Bauteile sind entsprechende Proben zu nehmen und durch ein Fachlabor entsprechend analysieren zu lassen. Ziel einer Sanierung ist die Beseitigung oder die Abschottung von Primärquelle und die Beseitigung von Sekundärkontaminationen. Mit der Sanierung beauftragte Fachfirmen müssen Sachkunde genäß BGR 128 aufweisen. Eine Sanierung sollte gemäß dem Ablaufschema der PCP-Richtlinie durchgeführt werden.

Abbeilspuren an Tragkonstruktion | Hinweis auf Holzschutzmittelbelastung, Foto: © Ingenieurbüro Pia Haun - Trier Abbeilspuren an Tragkonstruktion | Hinweis auf Holzschutzmittelbelastung

Foto: © Ingenieurbüro Pia Haun - Trier

verdübelte Bohrlöcher | Hinweis auf Holzschutzmittelbelastung, Foto: © Ingenieurbüro Pia Haun - Trier verdübelte Bohrlöcher | Hinweis auf Holzschutzmittelbelastung

Foto: © Ingenieurbüro Pia Haun - Trier

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